Donnerstag, 26. Januar 2012

Stricknadeln

Stricknadeln sind das notwendige Handwerkszeug beim Stricken, denn irgendwie muss die Wolle ja zum Schal werden. Doch wie bei allen Werkzeugen, gibt es auch bei den Stricknadeln ganz unterschiedliche Modelle und Ausführungen.

Zur Veranschaulichung mal ein Bild einiger meiner Stricknadeln:

Frizzis Stricknadeln


Offensichtlich gibt es dicke und dünne Nadeln, lange und kurze, welche mit Schnur oder Endperle. Dazu kommen noch verschiedene Materialien. Auf den ersten Blick mag das verwirren, aber eigentlich ist es ganz einfach, wenn man das System erst mal verstanden hat.


Stärke:

Es gibt Stricknadeln in verschiedenen Stärken, also verschiedenen Dicken. Sie werden im deutschsprachigen Raum in Millimetern angegeben. Beispielsweise hat eine 6er Nadel einen Durchmesser von 6 Millimetern. Meines Wissens gibt es Stricknadeln der Stärken 2-12, aber es mag auch noch andere Modelle geben. Meist ist die Stärke einer Nadel auf ihr angegeben. Sollte diese Angabe unleserlich sein, kann man mit einer handelsüblichen Schablone die Dicke einer Nadel überprüfen.
Grundsätzlich gilt: je dicker die Wolle ist, desto dicker sollten auch die Nadeln sein, um ein gleichmäßiges Strickergebnis zu erzielen. Meistens ist auf der Manschette/Banderole eines Wollknäuels angegeben, mit welcher Nadelstärke man es am Besten verstricken kann. Strickt man etwas lockerer, kann man etwas dünnere Nadeln verwenden, strickt man sehr fest, empfiehlt es sich, mit etwas dickeren Nadeln zu arbeiten.

Besonders spannende Effekte lassen sich erzielen, wenn man sehr dünnes Garn mit dicken Nadeln strickt. Die Maschen werden dann sehr groß und es entsteht ein luftig-leichtes Gewebe.


Material:

Es gibt Stricknadeln aus Metall, Plastik, Holz, Bambus oder anderen exotischen Materialien. Jedes dieser Materialien hat seine eigenen Nachteile oder Vorzüge und selbst innerhalb einer Materialgattung sind nicht alle Stricknadeln gleich. Manche Leute stricken lieber mit ganz glatten Nadeln, manche haben lieber etwas mehr Grip - manche Leute haben die Nadeln lieber spitz, andere lieber etwas flacher. Je nach Material sind die Nadeln auch unterschiedlich robust und nutzen sich teilweise sogar ab.
Grundsätzlich empfehle ich daher, sich die Stricknadeln im Geschäft genau anzusehen und sie in die Hand zu nehmen. Es gibt keinen Geheimtipp, welche Nadeln die Besten sind. Selbst bei mir ist die Nadelvorliebe tagesformabhängig.


Klassische Stricknadeln:

Klassische Stricknadeln kommen in Zweierpacks. Die beiden Nadeln sind gleich dick, gleich lang und haben am einen Ende eine Perle oder andere Verdickung, die verhindert, dass die Maschen nach hinten von der Nadel rutschen. Am anderen Ende sind sie leicht spitz zulaufend, damit man beim Stricken besser in die Maschen einstechen kann. Je nachdem, wie viele Maschen auf der Nadel Platz finden sollen, gibt es kürzere und längere Modelle.

Enden der klassischen Stricknadeln
Solche Nadeln sind hervorragend geeignet, um flache Strickstücke zu fertigen, bei denen hin und her gestrickt wird, also erst alle Maschen von der einen auf die andere Nadel gestrickt, dann die beiden Nadeln in den Händen getauscht (das Strickstück wird gewendet), und dann alle Maschen wieder zurück auf die erste Nadel gestrickt werden. Das bekannteste Beispiel dafür ist wohl der Schal.


Nadelspiel:

Ein Nadelspiel besteht aus fünf gleichen Stricknadeln, die jeweils an beiden Enden spitz zulaufen. Es wird meistens verwendet, um ein rund-geschlossenes Strickstück mit geringem Durchmesser zu stricken. Socken oder Handschuhe sind wohl die bekanntesten Beispiele.
Dabei kommt es natürlich auf die Länge der Nadeln an, denn je länger sie sind, desto mehr Maschen passen auf sie. Sind die Nadeln aber zu lang, muss man beim Stricken sehr viel herumschieben, was die Arbeit unnötig verkompliziert. Man kann die Nadeln allerdings auch verwenden, um während des Strickens einige Maschen zu "parken", wenn man beispielsweise einen Ärmel später in einen Pullover einstricken will.

Nadelspiele

Rundstricknadeln:

Rundstricknadeln bestehen aus zwei Nadeln, die an einem Ende mit einer Schnur verbunden sind. Bei ihnen ist nicht nur auf die Nadelstärke zu achten, es ist vor Allem wichtig, wie lang die Schnur zwischen den Nadeln ist, denn je länger diese ist, desto mehr Maschen können auf die Nadel aufgenommen werden. Ist die Schnur allerdings zu lang, wird es beim Rundstricken sehr schwer, die Maschen zum Kreis zu schließen. Zwar gibt es einen Trick, wie man zu lange Rundstricknadeln auch für kleinere Durchmesser benutzt, aber das ist viel Fummelei und sollte nur im Notfall gemacht werden.
Es gibt Rundstricknadeln mit auswechselbaren Schnüren in unterschiedlicher Länge, die allerdings meist nicht ganz günstig sind. Ob man sich ein Set solcher Nadeln zulegt oder einfach mehrere normale Rundstricknadeln unterschiedlicher Längen, ist jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall sollte man darauf achten, dass der Übergang von Nadel zur Schnur glatt und gleichmäßig ist, damit beim Stricken die Maschen nicht hängen bleiben.

zusammengerollte Rundstricknadeln

Meistens strickt man mit Rundstricknadeln solche Sachen wie Pullover. Allerdings kann man mit ihnen auch hervorragend hin und her stricken, wenn man dafür keine klassischen Stricknadeln verwenden möchte. Das hat den Vorteil, dass das Gewicht des Strickstücks auf der Schnur im Schoß liegen kann, während bei klassischen Stricknadeln das Gewicht immer komplett an den Nadeln hängt.


Zopfnadeln:

Zopfnadeln sind kurze, beidseitig angespitzte Stricknadeln mit einem kleinen Knick in der Mitte. Sie werden benutzt, um für das Stricken von Zöpfen kurzzeitig einige Maschen zu "parken". Der Knick in der Mitte verhindert, dass die Maschen all zu leicht abrutschen.

Zopfnadeln


Kleine Helferlein:

Zwar sind sie keine Stricknadeln, aber trotzdem kann man sie beim Stricken gut gebrauchen: Häkelnadeln in der passenden Nadelstärke (um eventuell verlorene Maschen wieder aufzunehmen) und eine dicke Nähnadel, um die Enden der Wollfäden zu vernähen.

Häkelnadeln und Nähnadel

Für sich wiederholende Muster empfehlen sich Maschenzähler/Maschenzählmärkchen. Das sind kleine Ringe (gerne auch mit Anhänger), die zwischen den Maschen auf die Nadel geschoben werden, damit man jedes Mal, wenn man beim Stricken wieder an diese Stelle kommt, genau weiß, dass man an der Stelle ist, wo das Muster geändert werden muss. Man sollte sie nur nicht versehentlich einstricken.

Maschenzähler, die Paisleystern mir gemacht hat

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